Ein Unternehmen der Energiebranche zu führen bedeutet heute, Entscheidungen in permanenter Unsicherheit zu treffen. Die Energiewende bringt nicht nur technologische Umbrüche mit sich, sondern stellt Führungskräfte vor die Herausforderung, zwischen kurzfristigem Kostendruck und langfristigen Transformationszielen zu navigieren. In dieser Episode spreche ich mit Stefan Dohler, CEO der EWE AG und Präsident des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. Unsere Themen reichen vom aktuellen Stand der Energiewende über die Chancen für den Wirtschaftsstandort Deutschland bis hin zu der Frage, wie man als Führungskraft Kurs hält, wenn alle anderen ins Wanken geraten.
Die Energiewende anführen
Die Energiewende ist wohl eines der am stärksten diskutierten Themen der letzten Jahre. Der Umbau unseres Energiesystems ist komplex, teuer und dennoch alternativlos. Doch wo stehen wir wirklich? Und wie führt man als CEO eines großen Energieversorgungsunternehmens durch diese Herausforderung?
Die Themen meines Gesprächs mit Stefan Dohler reichen von der strategischen Rolle von Wasserstoff und der Notwendigkeit, größere Investitionen zu tätigen, bis hin zum Umbau der Netzinfrastruktur. Wir sprechen auch über die Frage, warum die Kommunikation über Energie oft an der Realität vorbeigeht.
Wie können wir den Spagat zwischen Versorgungssicherheit, Klimaschutz und bezahlbaren Preisen schaffen? Warum stockt der gesellschaftliche Rückhalt, obwohl sich wirtschaftlich so viel bewegt? Und wie kann ein Unternehmen mutig investieren, wenn gleichzeitig politische Unsicherheiten zunehmen?
Im Zentrum steht jedoch die Frage: Wie führt man ein Unternehmen mit 11.000 Mitarbeitenden durch Zeiten des Wandels? Und warum ist das Ziel manchmal wichtiger als der perfekte Plan?
Zur Person: Stefan Dohler
Stefan Dohler ist seit 2018 Vorstandsvorsitzender der EWE AG, einem der größten kommunalen Energieversorger Deutschlands mit Sitz in Oldenburg. Aufgewachsen an der Mosel, begann er seine berufliche Laufbahn nach dem Abitur mit einer Ausbildung zum Seemann, bevor er Luft- und Raumfahrttechnik mit Schwerpunkt Triebwerksbau studierte.
Seine Karriere führte ihn über Stationen bei HEW und später Vattenfall durch verschiedene Führungspositionen. Privat bezeichnet Dohler das Wohnen selbst als sein liebstes Hobby. Als Vater und Familienmensch schätzt er die Ruhe zu Hause. Wenn es die Zeit zulässt, genießt er seine Leidenschaft fürs Motorradfahren.
Über das Unternehmen: EWE AG
Die EWE AG mit Sitz in Oldenburg wurde 1943 gegründet und zählt heute zu den größten kommunalen Energieversorgern Deutschlands. Das Unternehmen beschäftigt rund 11.000 Mitarbeitende und befindet sich mehrheitlich im Besitz von 17 Landkreisen und vier kreisfreien Städten aus dem Nordwesten Deutschlands. Ursprünglich im klassischen Strom- und Gasgeschäft verankert, hat sich EWE zu einem breit aufgestellten Infrastrukturkonzern entwickelt. Neben Energienetzen und -vertrieb betreibt das Unternehmen Telekommunikationsnetze, Glasfaserausbau, Gasspeicher und Fernwärme.
Mit verschiedenen Tochtergesellschaften in den Bereichen Elektromobilität sowie Windkraft und Wasserstoff positioniert sich EWE zunehmend als Treiber der Energiewende. Als regional verwurzeltes, aber national aktives Unternehmen verfolgt EWE eine klare Wachstumsstrategie mit den Schwerpunkten Versorgungssicherheit, Klimaneutralität und zukunftsfähige Infrastruktur.






